Was gibt es Gutes an Maulwurfshügeln?

In den letzten Wochen mehren sich die Maulwurfshügel auf den Wiesen Jenas – so auch im Volksgarten!

Bisher haben wir im Volksgarten auf ihr Erscheinen mit dem Platt- und Festtreten der Erde reagiert. Da das die wertvolle Lockerungsarbeit der Maulwürfe zunichte macht und die Wiederherstellung der Wiese nach dem Überschwemmungsereignis im letzten Jahr nicht unbedingt unterstützt, ist es für mich interessant zu fragen, ob man die Arbeit der Maulwürfe stattdessen sinnvoll nutzen kann.

Prompt erschien in der letzten Woche ein passender Artikel auf der Webseite des englischen Permaculture Magazine (http://www.permaculture.co.uk/readers-solutions/moles-permaculture-perspective), dessen Inhalt ich hier kurz zusammenfassen möchte.

Die Autorin Katie Shepherd schreibt zu Beginn über mögliche Probleme, die diese Erdhügel auf landwirtschaftlich genutzten (Weide- und Heu-)Flächen darstellen können – weshalb die Maulwurfsbestände dort meist durch Fallenstellung, Abschuss oder Vergiftung kontrolliert werden [Anm.: In Dtl. stehen die Tiere übrigens nach der Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz!]. Sie sah sich in einem Dilemma, als sie nach der Übernahme der Farm mit der Aufgabe der „Maulwurfskontrolle“ konfrontiert wurde. Unter Verwendung der Permakulturethik und -prinzipien (http://holmgren.com.au/downloads/Essence_of_Pc_DE.pdf) beleuchtete sie die Herausforderungen und Möglichkeiten näher und hatte folgende Einsichten, die auch für uns Gärtner interessant sind:

  • Auf einem Grundstück lebende Maulwürfe sind ein Zeichen für eine ebenfalls dort vorkommende gute Erdwurmpopulation;
  • die Aktivitäten der Maulwürfe tragen zur Lockerung des Bodens und Beseitigung von Verdichtungen bei;
  • die Tötung von Maulwürfen ändert die natürliche Balance – ökologischer Theorien zufolge würden schwächere Maulwürfe einwandern und sich entgegen der natürlichen Prozesse vermehren können, sodass die Anzahl von Maulwürfen zunehmen würde;
  • die Vergiftung bedeutet den unnötigen Tod von Lebewesen, die wiederum Maulwürfe als Beutetiere nutzen.

Dann folgen ein paar Ideen für den Umgang mit den Hügeln:
Sie empfiehlt und wird in einem Kommentar auf ihren Artikel darin bestätigt, dass der Boden von Maulwurfshügeln zum Eintopfen von Pflanzen und Füllen von Hochbeeten verwendet werden kann – im Kommentar wird festgestellt, dass das “Abernten” von Maulwurfshügeln für Pflanzmischungen sowohl das „ordentliche“ Erscheinungsbild von Parkanlagen wiederherstellen helfen kann als auch kostenfrei ist! Wenn jemand in Jena sandige oder humusreiche Maulwurfshügel findet, könnten wir die bei uns sehr tonige Erde komplett dank Maulwurfsarbeit gut abmischen – oder sonst mit anderem Sand und unserem Kompost… ;)

Eine weitere Lösung, die Katie Sh. vorschlägt, ist, die Maulwurfshügel zu einer dünnen Schicht über dem Gras auseinanderzuharken. Es sieht innerhalb von ein paar Wochen besser aus, da das Gras beginnt durchzuwachsen. Das habe den Nebeneffekt, sie über den Winter sanft fit zu halten, während sie gleichzeitig ihr Land besser beobachten kann.

Das Interessante an dem allen ist, so finde ich, offen zu sein für die Aktivitäten dieser (und anderer) kleinen Wesen und zu schauen, was wir Dankenswertes daran finden oder Einsichten daraus gewinnen können – immerhin deuten die Maulwurfsgäste auf viele Regenwürmer hin, die uns gute Arbeit im Boden verrichten, sowie möglicherweise einige “Schädlinge” und die ein oder andere Wühlmaus weniger (deren Brut steht wohl auch auf dem Speiseplan eines Maulwurfs).

Wenn die geschätzten LeserInnen dieses Blogs dazu weitere Ideen und Erfahrungen haben – teilt sie doch bitte gern hier mit!

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